
Klaus der Geiger und Sascha Loss im Teufelsmoor
Ein bärtiger Zappelphilipp brachte das CULTIMO zum kochen.
Auf die Bühne des CULTIMO kam am Samstag den 2. August ein 68jähriger bärtiger Struwwelkopf in großkariertem Hemd um gemeinsam mit seinem jüngeren Kollegen Sascha Loss dem Publikum einen unvergeßlichen Abend zu präsentieren.
Klaus der Geiger ist ohne Übertreibung eine lebende Legende,
die sogar schon in Lexika und Büchern zu finden ist.
1960 begann Klaus von Wrochem ein klassisches Violinstudium und arbeitete danach in großen Sinfonieorchestern und auch als Komponist moderner Stücke. Ende der sechziger Jahre bekam er ein Komponisten-Stipendium in Buffalo und San Diego (USA). Dort kam er mit der Hippiebewegung in Kontakt und zog konsequenterweise nach seiner Rückkehr in eine Kölner Kommune. Von da an mied er die großen Bühnen der bürgerlichen Musikszene und machte sich einen Namen als Straßenmusiker in Fußgängerzonen und auf Demonstrationen, wo er die „Verhältnisse zum Tanzen bringt“. Das bringt ihm keine Gagen, aber Spaß und nebenbei einige Gefängnisaufenthalte ein. In den letzten Jahren kam er aber auch mit seiner Rolle als Meister Eder in dem Musical PUMUCKEL zu ein paar regelmäßigen Einnahmen. Wie viele Schallplatten und CD´s von ihm erschienen sind, weiß er selbst nicht mehr. Wer Klaus mit seinen schelmisch blitzenden Augen, seinen schlaksigen Zappelbewegungen und seiner tanzenden Violine erlebt hat, der wird ihn nie mehr vergessen. Im CULTIMO hatte er sein Publikum in wenigen Sekunden voll im Griff, obwohl er wegen einer gerissenen Achillessehne zur Zeit auf einem Hocker sitzend musizieren muß.
Seine Spott- und Agitationslieder unterbrach er immer wieder mit leisen, verträumten und melancholischen Kompositionen, die dem Publikum Zeit zum Reflektieren gaben. Kaum waren die Zuhörer aber am träumen, da riß er sie wieder mit fetzigem Zigeunerjazz mit. Das Konzert von über 2 Stunden mußte Klaus noch mit vielen Zugaben verlängern. Er bekam erst Ruhe, als er sein begeistertes Publikum davon überzeugen konnte, daß er nun auch mal einen Drink verdient hat.
Es gab schon viele Highlights in der kurzen Geschichte des CULTIMO, dieses Konzert gehört garantiert dazu.
Allen denen, die dieses Ereignis verpaßt haben, machte Klaus der Geiger Hoffnung auf eine neue Chance:
„Ich komme wieder ins Teufelsmoor, bei Euch hat es mir prima gefallen“.
Text und Bild Günter Zint, www.panfoto.de
www.klausdergeiger.de